Regelbasiertes Momentum-Investing — was gescannt wird, wie Signale entstehen und wie man die Tabelle liest.
Der Screener durchsucht jede Woche automatisch über 2.000 Aktien aus den wichtigsten Börsenindizes Europas und der USA — Standardwerte ebenso wie Neben- und Small Caps:
S&P 500 NASDAQ 100 S&P 400 S&P 600 DAX 40 MDAX SDAX TecDAX CAC 40 SBF 120 FTSE 100 FTSE 250 SMI SMIM AEX AMX IBEX 35 BEL 20 FTSE MIB ATX OMX Stockholm 30 OMX Kopenhagen 25 OMX Helsinki 25 OBX Oslo
Gefiltert wird zusätzlich nach Marktkapitalisierung > 500 Mio. USD (in Dollar umgerechnet, egal in welcher Währung die Aktie notiert), um nur handelbare, liquide Werte zu zeigen. Gewertet werden ausschließlich abgeschlossene Wochen- und Monatskerzen — ein Signal kann also nicht mitten in der Woche auftauchen und wieder verschwinden.
EMA steht für Exponential Moving Average — zu Deutsch: exponentiell gewichteter gleitender Durchschnitt. Er berechnet den Durchschnittskurs der letzten n Kerzen, gewichtet dabei aber neuere Kurse stärker als ältere. Das macht ihn reaktionsschneller als ein einfacher Durchschnitt (SMA).
Ein EMA 10 berechnet sich aus den letzten 10 Wochen-Schlusskursen — er reagiert schnell auf neue Bewegungen. Ein EMA 30 berücksichtigt 30 Wochen und bewegt sich träger, zeigt aber den übergeordneten Trend.
Wenn der schnelle EMA 10 den langsamen EMA 30 von unten nach oben kreuzt, nennt man das einen Bullish Crossover — das Momentum dreht nach oben. Genau das ist das Signal, das der Screener sucht.
Ein EMA-Crossover allein ist nicht zuverlässig genug. Dieser Screener verlangt dasselbe Signal auf zwei Zeitebenen gleichzeitig:
Beide müssen gleichzeitig aktiv sein. In der Tabelle steht ★ für das Doppelsignal (beide aktiv), ● wenn nur das Wochensignal neu ist.
Zusätzlich muss der übergeordnete Index (z. B. DAX für deutsche Aktien) selbst bullisch sein — EMA 10 > EMA 20 auf Tagesbasis. Aktien gegen den Indextrend werden herausgefiltert.
Jede Aktie, die die technischen Filter besteht, bekommt zusätzlich einen Fundamental-Score von 0 bis 5 Punkten. Zusammen mit dem Technik-Score (ebenfalls 0–5) ergibt das den Gesamt-Score (max. 10).
| Kriterium | Bedingung |
|---|---|
| Bewertung +1 | Forward-KGV (erwarteter Gewinn) zwischen 0 und 35 oder PEG ≤ 2 — so fallen schnell wachsende Unternehmen nicht allein wegen eines hohen KGV durch |
| Wachstum +1 | Umsatz im letzten Geschäftsjahr > 8 % oder Gewinn je Aktie > 10 % gewachsen (Jahreszahlen statt schwankender Quartalswerte) |
| Marge +1 | Nettomarge > 10 % — das Unternehmen verdient nachhaltig |
| Rentabilität +1 | Return on Equity (ROE) > 12 % (Banken/Versicherer: > 10 %) |
| Substanz +1 | Positiver Free Cashflow und Debt/Equity < 2,0 — das Geschäft erwirtschaftet echtes Geld. Banken und Versicherer: Gesamtkapitalrendite (ROA) ≥ 0,8 %, weil Verschuldung dort zum Geschäftsmodell gehört |
Zusätzlich bekommt jede Aktie einen RS-Rang von 1 bis 99. Er vergleicht die Kursentwicklung der letzten 12 Monate mit allen ausgewerteten Aktien — die letzten 3 Monate zählen doppelt. Ein RS von 90 heißt: Die Aktie lief besser als 90 % des gesamten Universums. Bei gleich frischem Signal steht die Aktie mit der höheren relativen Stärke weiter oben.
Ein hoher Score bedeutet nicht automatisch „kaufen" — er hilft dabei, unter mehreren Signalen die qualitativ stärksten Kandidaten zu priorisieren.
Die wichtigsten Spalten im Überblick:
Das Signal im Screener ist der Startpunkt — nicht der Auslöser. Wer blind auf den Crossover kauft, steigt oft zu hoch ein. Die bessere Methode: warten, bis der Kurs auf den Tages-EMA 10 zurückkommt, und dann einsteigen.
Gleichzeitig mit dem Kauf wird der Stop-Loss unter das letzte markante Tief gesetzt — sofort, nicht irgendwann. Bei +15 % werden 30 % der Position verkauft und der Stop auf Einstand gezogen. Danach läuft der Rest mit Trailing Stop, bis er ausgelöst wird.
Der Screener wird einmal pro Woche manuell gestartet, idealerweise am Wochenende wenn die Märkte geschlossen sind. Das dauert etwa eine halbe Stunde — Screener starten, Ergebnisse prüfen, Watchlist aktualisieren, Stops nachziehen.
Während der Woche passiert nichts außer: Stops einhalten und laufende Positionen beobachten. Das System ist bewusst ruhig gehalten — tägliches Handeln ist nicht das Ziel.